zum Textanfang | zur Themenavigation | zur Suche |

Darstellung:

Radio hören:


Radio4Handicaps - Internetradio



Infoblock:

Probleme mit dem Empfang?

Im Menu Programm finden Sie das Thema Radioempfang.
Dort sind alle wichtigen Hinweise und Download Möglichkeiten aufgeführt.
Sollten Sie trotzdem Schwierigkeiten haben, benutzen Sie bitte unser Kontaktformular.


Suche

R4H Tipp:

Vereinsknowhow

Hier finden Sie Hilfe bei allen Fragen zu Vereinen.
Von der Vereins-gründung, über Regelungen, bis zu rechtlichen Urteilen.


Informationen unter: vereinsknowhow.de


Partnerportal

handicap-info

Informationen für
Menschen mit Handicaps www.handicap-info.de


Inhalt:

Fachtagung mit jungen Teilnehmern der Berufsbildungswerke zum Thema Teilhaberechte

Konferenz mit Handicaps – aber auf hohem Niveau. Besuch einer Fachtagung mit jungen Teilnehmern der Berufsbildungswerke zum Thema Teilhaberechte

Von Andrea Ramsteck

Das Thema ist „Paradigmenwechsel zum Dialog und zu mehr Eigenverantwortung“.
„Unser Ziel ist die deutliche Verbesserung der Informationspolitik. Das reicht von der wohnortnahen Ausbildung bis hin zum Internatsmodell.“, erläutert der Referent – und der Beamer liefert dazu in raschem Wechsel die wesentlichen Fakten als digitale Präsentation im voll besetzten Konferenzraum. Konzentrierte Stille herrscht im Auditorium. Begriffe modernen Managements füllen die Atmosphäre:
Evaluation und Qualitätssicherung. Es sind nicht etwa Führungskräfte, Manager oder Aktionäre eines Konzerns und auch nicht Mitglieder einer Elite-Universität, die hier auf hohem Niveau professionell und modern kommunizieren.

Es sind junge Menschen mit Behinderung, die noch ganz am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen – und einer Einladung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke zur Tagung am 8.März 2007 gefolgt sind. Gegenstand dieses Fachgesprächs sind Konzeption und Realisierung der Teilnehmervertretung in den Berufsbildungswerken, wie sie das Sozialgesetzbuch IX seit 2001 für die Erstausbildung Behinderter verbindlich vorsieht. Es geht um den Abbau von Barrieren in der beruflichen Rehabilitation junger Menschen mit Behinderung. Radio4Handicaps veröffentlichte die Pressemitteilung zu dieser Veranstaltung bereits.

In zwölf Berufsbildungswerken werden junge Menschen mit Behinderung in 226 unterschiedlichen Berufen vom handwerklichen bis hin zum bürokaufmännischen Bereich ausgebildet. Laut einer Teilnehmer-Nachbefragung im Jahr 2005 ist die berufliche Rehabilitation ein „Erfolg auf ganzer Linie“.

Die schwierige Materie bedeutet keineswegs ein unüberwindliches Handicap. Am Konferenztisch tauschen sich Wilhelm Eichhorn (Vorsitzender der BAG BBW) sowie Wolfgang Rombach als Vertreter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales mit zwölf jungen Männern und Frauen in Begleitung ihrer Pädagogen über Perspektiven und Chancen der Erstausbildung behinderter Berufseinsteiger aus. Wo stehen wir, was sind unsere Ziele, lautet die Fragestellung – und die Antworten lassen nicht lange auf sich warten. Sie werden gemeinsam in Arbeitsgruppen ermittelt und dargestellt. Gesetzesziel ist, die Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen bundesweit in allen Berufsbildungswerken umzusetzen. Das ist der Leitgedanke.

Wie sieht diese Teilhabe aus, wenn sich scheinbar alltagsferne, abstrakte Gesetze in lebensnahe, konkrete Anwendung verwandeln sollen? Und wie wendet man die rechtlichen Vorgaben richtig an? Was, wenn man dabei auf Grenzen oder gar Probleme stößt? Das Ziel gibt vor, welche Mittel zum Zuge kommen, lässt dabei aber auch Spielraum für flexibles und sachgerechtes Handeln. Den Teilnehmern fallen dazu vielfältige Beispiele und Ideen ein:
Ein Projekttag zum Thema Drogen und Sucht, ein Verbot von Handyfilmen, die Einrichtung von Raucherzonen und – ohne jede Doppeldeutigkeit – die Verbesserung des Brandschutzes, die Verbreiterung von Wegen auf dem Gelände der Bildungseinrichtungen ebenso wie die Bildung einer Umweltschutzgruppe.
All diese Aktivitäten zeigen anschaulich, wie sich Teilhabe als gelebte Demokratie gestaltet und motiviert, Verantwortung im Rahmen der beruflichen Ausbildung gemeinsam wahrzunehmen.
Die freie Wirtschaft kann sich auf die zukünftigen Absolventen der Berufsbildungswerke als qualifizierte und motivierte Mitarbeiter freuen. Denn immerhin haben im Jahre 2005 von 4476 Teilnehmern der beruflichen Erstausbildung der Berufsbildungswerke 90% die Abschlussprüfung vor der IHK sowie der Handwerkskammer erfolgreich abgeschlossen.

Auch angesichts mancher noch verbesserungswürdiger Sachverhalte, wie eine Anpassung der Teilnehmer-Budgets und bessere Einbindung der Eltern in die Beratung, sieht Wilhelm Eichhorn Handlungsbedarf, macht sich stark für eine Erhöhung der Transparenz sowie die Verbesserung der Organisationsmitwirkung.

Er blickt mit einem wohlwollenden und zufriedenen Lächeln in die Runde, lobt das hohe Engagement der jungen Teilnehmer dieser erfolgreichen Fachtagung und ermuntert sie mit einem Zitat von Erich Kästner, der seinerzeit das „Fliegende Klassenzimmer“ schuf: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Man kann es immer wieder besser machen“ und erhält dafür klopfenden Beifall vom Auditorium – einer Universität oder einem Unternehmen durchaus ähnlich. Denn: „Was zählt, ist die Einstellung!“

Weitere Informationen zur Beruflichen Rehabilitation in den Berufsbildungswerken
im Internet unter: www.bagbbw.de
sowie bei der Geschäftsstelle der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke.

| « zur Übersicht